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Gustav Meyrink WALPURGISNACHT
Verkäufer: andyfriel
[eingestellt: 26.03.2014]

Preis: 7.00 €

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Produktbeschreibung

Gustav Meyrink WALPURGISNACHT

Die Walpurgisnacht - vom 30. April auf den ersten Mai - ist nach dem Volksaberglauben eine böse Nacht, in der die alten Werte in erster Linie durch Hexen und übernatürliche dunkle Kräfte zerstört und neue teuflische Werte etabliert werden.

Mit seinem zweiten Roman nach dem phänomenalen Erfolg von „der Golem“ hat sich Gustav Meyrink noch mehr auf die ehrenwerte Gesellschaft Prags eingeschossen, die ihn nach den Verleumdungen hinsichtlich von Unregelmäßigkeiten seiner Bank/Wechselstube förmlich mundtot gemacht und schließlich aus der Goldenen Stadt gejagt haben.
Meyrink nutzt die Idee eines umgekehrten Fegefeuers als Höhepunkt eines ausgesprochen stringenten Romans. Für Meyrink bedeuten diese neuen Werte nur eine andere Art der Zerstörung. Auch wenn der Autor auf eine genauere zeitliche Einordnung verzichtet, spielt das Buch sehr nahe an der Gegenwart des Ersten Weltkriegs und seiner zerstörerischen, barbarischen Kraft, in der Meyrink im Gegensatz zu einigen anderen Autoren keine vaterländische Hebung einer ganzen Generation gesehen hat, sondern nur eine Pervertierung der dekadenten Offizierstände, die in diesem Krieg noch einmal sich zu profilieren suchten.
In Heinrich Manns Roman „In einer kleinen Stadt“ hat eine kleine Zirkustruppe die bestehende Ordnung innerhalb der kurzen Zeit ihres Besuches nicht nur ad absurdum geführt, sondern vollkommen durcheinander gebracht. In Meyrinks Werk haben sich die Mitglieder des alten Prages - Greise, Adlige aus einer scheinbar anderen Epoche, Offiziere ohne Armee und schließlich der Leibarzt des Kaisers - innerlich von ihrer Umgebung verabschiedet und leben auf dem Hradschin, versorgt von ihren Dienern und Mägden. Auch wenn sich ihre abendlichen Gespräche nicht selten um das ihnen inzwischen unverständliche Geschehen in der Prager Altstadt drehen, haben sie jegliche Kontakt mit der Realität verloren. Während sich eine inzwischen nicht mehr in Ehren geraute Adlige rühmt, seit dreißig Jahren den Hradschin nicht mehr verlassen zu haben, wird ein Anderer bestaunt, weil er sich heimlich in die Stadt geschlichen und einen Friseur besucht hat. In diese scheinbare Idylle dringt der Schauspieler Zrcadlo - übersetzt ins Deutsche der Spiegel -, der zeitweise von den Toten besessen zu sein scheint. Zrcadlo zwingt die Menschen, in ihre eigenen Seele zu schauen und an der Schlechtigkeit zu verzweifeln. Da Meyrink sich eher für ein Leben nach dem Tod als die religiösen Dogmen interessiert hat, gibt es für die anfänglich skurrilen, später gebrochenen Figuren keine klassische Erlösung. Es ist keine Überraschung, das Meyrink sich quasi mit dem Doktor Thaddaeus ein eigenes Denkmal auf den Leib geschrieben hat, der als letzter Überlebender einer eher unbestimmte spirituellen Alchemie nicht nur in die eigene Seele schauen, sondern aus dieser Begegnung mit dem eigenen Ich Kraft zu einem Neuanfang schöpfen kann. Wer die Begegnung mit dem eigenen Unterbewusstsein, dem dunklen Ich, nicht überlebt wird zu einer Art lebenden Toten, dessen Seele freiwillig oder gezwungen in den Körper eines anderen Lebewesen übergewechselt ist. Die Menschen werden zu einem Spielball der Dämonen, die von diesen seelenlosen Körpern nach Belieben Besitz ergreifen können oder nicht.
Wie in „Der Golem„, in welchem der Autor eine alte jüdische Legende aufgegriffen und deren Kern in die Gegenwart verlegt hat, setzt sich „Walpurgisnacht“ neben den offensichtlichen spirituellen Einflüssen der verschiedenen Gruppen, mit denen Gustav Meyrink Zeit seines Lebens intensiv kommuniziert hat, aus Motiven des jüdischen Glaubens auseinander. Das Innere des Menschen ist die Quelle seiner Energie und seiner inneren Freude, wobei Meyrink dieses Ideal modernisiert und dem Mißtrauen seinerseits den Mitmenschen gegenüber pervertiert. In seiner mystischen Version treffen in diesem innersten Punkt sowohl das Gute als auch das Böse aufeinander und reduzieren die Seele hinsichtlich ihrer nach Meyrink nicht unbedingt hohen ethischen Standards. Aus dem christlichen Glauben dagegen übernimmt Meyrink die Idee des Totentanz als mahnendes Wesen der Pestwellen, die im 15. Und 16. Jahrhundert über Europa zogen. Nur indirekt vergleicht der Autor das Morden in den Schützengräben mit dieser stilisierten und von Ingmar Bergman in „Das siebente Siegel“ visuell eindrucksvoll auf die Kinoleinwand gebannte Idee. Die reale Welt dringt nicht nur in Gestalt des eher indirekt wirkenden Schauspielers - eine alte Hure ist seine beste Freundin und zeigt auf, welche Verachtung dem Beruf des Schauspielers von der ehrenwerten Gesellschaft entgegengebracht worden ist - in die inzestuöse Abgeschiedenheit auf einem der Symbole Prags ein, sondern die finale Konfrontation mit den einen Aufstand niederschlagenden Truppen schließt im Grunde auf die politisch soziale Ebene übertragen eine ganze Ära Prager Geschichte blutig ab.
Obwohl stringent geschrieben und sprachlich ausgesprochen anspruchsvoll reduziert Meyrink die philosophisch esoterische Auseinandersetzung auf eine persönliche Ebene. Trotz aller Exzentrik sind sie im Grunde karikierten Protagonisten ausgesprochen nuanciert und vielschichtig beschrieben worden. Gustav Meyrink nimmt sich sehr viel Zeit, die persönliche Ebene; das persönliche, wenn auch vom ersten Augenblick an nihilistisch angehauchte Schicksal jeder Figur - dabei spannt der Autor den Bogen weit über die Bewohner des Hradschin hinaus - ausführlich zu entwickeln, um seine gebrochenen Figuren anschließend auf eine im Grunde sinnlose Reise aus ihren verzerrten Realitäten erst in den Bereich der Mystik und schließlich in den Meyrink so wohlbekannten Bereich der Esoterik zu schicken. In Nebensätzen erläutert der Autor im Kern die einzelnen Stilrichtungen der verschiedenen Glaubensrichtungen, macht sich teilweise über diese genauso lustig wie über seine Mitmenschen, die ihn ein Dutzend Jahre vorher aus der Stadt vertrieben haben. Während am Ende von „Der Golem“ eine nur durch Kindesunschuld besiegbare Menschmaschine durch die engen Gassen des Judenviertels streift und Leid/ Tod zurücklässt, löst sich im vorliegenden Roman die ganze Gesellschaft in einem absurd grotesken Todestanz in ihre Bestandteile auf und hinterlässt mit Doktor Thaddaeus einen einzigen, für den Leser als Identifikationsfigur ungeeigneten Charakter.
Litt „Der Golem“ noch unter Meyrinks zu wenig entwickelten Fähigkeiten als Autor längerer Werk mit seiner Sprunghaftigkeit und nicht immer wirklich konsequent entwickelten Subszenarien, ist „Walpurgisnacht“ sowohl stimmungstechnisch - sehr dunkel, nihilistisch und doch irgendwie bizarr und farbenprächtig zu gleich - als auch hinsichtlich der Charakterisierung der einzelnen Figuren sowie der Plotführung eine reifere, vielschichtigere und weniger vom Sendungsbewusstsein in „Person“ einer Abrechnung mit dem alten Prag geprägte literarische Arbeit, die auch heute noch aufgrund ihrer bizarren Erzähllust, den im Grunde auf Romanlänge positiv ausgedehnten boshaften Geschichten seiner „Simpliccissismus“ Zeit überzeugt und das alte Prag nicht in Form einer Schauergeschichte, sondern als Parabel auf die Absurdität von zeitlich inzwischen überholten, sich aber an die Vergangenheit klammernden Gesellschaftsteilen selbst fast einhundert Jahren nach seiner Entstehung zu einem bizarren, Totentanzähnlichen Leben erweckt.


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Weitere Info auf der Webseite.

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http://af-reseller.com/01/walpurgisnacht/

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